Schnei zum Abschied leise Servus

Männo, war das ein nasser November. Eigentlich hätte der Rasen noch mal gemäht werden müssen, und das Umgraben des Gemüsebeets samt Laubbeigabe war auch schon länger fällig. Heute Morgen hat sich dann endlich der Gartenzwerg in uns noch mal aufgebäumt und ein Machtwort gesprochen. Trotz des leichten Schneefalls zum 1. Advent konnten wir das Umgraben erledigen – die Hütte dichtgemacht und das Gartengerät verstaut hatten wir ja neulich schon.

Und seltsam: Wenn man sich erst mal überwunden hat, dann macht das Ganze sogar richtig Spaß. Gesund ist es obendrein. Damit ist die Gartensaison 2017 aber wirklich und unwiderruflich beendet. War doch wieder schön! Die Grünschnabelgärtner sagen schon jetzt Tschö mit ö und wünschen prima Feiertage samt einem guten Rutsch ins neue Jahr! Wir seh’n uns wieder …

Ach, wie süß – und nicht mal ’ne Kartoffel!

Hm, lecker! Aber wie wächst so eine Süßkartoffel eigentlich? Und was genau erntet man? Macht sie es wie die gemeine Hauskartoffel und bildet überirdisch ein kleines Pflänzchen aus, um das herum man immer wieder die Erde anhäuft? Oder passiert da knollenmäßig auch an der Erdoberfläche was? Und: Erntet man am Ende nur ein einziges Riesending oder doch mehrere kleine bis mittelgroße Brocken? Fragen über Fragen, auf die wir nicht so recht Antworten wussten … Denn die Süßkartoffel ist nur namentlich mit der Kartoffel verwandt. Eigentlich ist sie ein Wurzelgemüse und eher den Karotten ähnlich. Die Kartoffel hingegen gehört zu den Nachtschattengewächsen.

Immerhin kann man beide „Kartoffel“-Arten als Knollen in der Erde vergraben und sehen, was passiert. Von der Süßkartoffel kann man auch die Triebe, sofern sie ausreichend lang sind, als Stecklinge einpflanzen. So haben wir’s gemacht: im Frühjahr auf dem Markt ein kleines Pflänzlein gekauft und ins Beet gesetzt. Mit enormem Effekt: Während unsere Kartoffeln wie immer auf kleiner Fläche in bescheidene Höhen wuchsen, ging die Süßkartoffel an der Erdoberfläche ganz schön in die Breite. Binnen kurzer Zeit erreichten die Triebe bis zu drei Meter Länge und krochen munter über unsere Anbaufläche: unter den Zucchiniblättern hindurch, voll rein in die Kapuzinerkresse und äußerst wendig um die verschiedenen Kohlgewächse herum.

Dann kam allmählich die Frage: Wann ernten? Und wie? Bei den Kartoffeln wussten wir: wenn die Blätter der Pflanze welk sind und ganz schlapp herunterhängen. Vorsichtig rein mit dem Spaten, lockern, anheben – und dann aus der Erde die gelbbraunen Früchte herausbuddeln. Hat 2017 einmal mehr wunderbar funktioniert. Die Süßkartoffel dagegen haben wir lieber noch ein wenig liegen lassen, bis die zunächst grünen und gelblichen Blätter ein herbstliches Dunkelrot angenommen hatten. Gestern also der große Moment: Raus mit dem Ding! Oder doch mit den Dingern?

Erwartungsvoll gingen wir an die Arbeit, aber die Ernte begann mit einem Frust: Etwa 30 cm entfernt von dem Punkt, an dem die Pflanze aus der Erde kommt, setzten wir den Spaten an – und hoben vor allem das Hauptwurzelwerk aus, mit lediglich ein paar winzigen, nicht mal radieschengroßen Knöllchen dran. Und nach verzweifeltem Wühlen fanden wir noch eine einzige rote Knolle, die mit etwas Fantasie als ordentliche Süßkartoffel durchging. Mehr nicht. Oje, dachten wir, das war ja mal ein Schuss ins Kraut. Oder hätten wir mit der Ernte einfach noch etwas warten müssen? Also holten wir enttäuscht die meterlangen Triebe ein, die sich teilweise richtig an der Erde festgekrallt und in sie hineingegraben hatten. Und siehe da: Hier und da in der Nähe der Hauptwurzel kamen weitere rote Knollen zum Vorschein. Doch damit nicht genug: Als wir die Erde um die Hauptwurzel wieder zuschütten wollten, gab es noch ein paar mehr. Und richtig tief in der Erde fanden wir schließlich zwei stattliche Exemplare, der absolute Höhepunkt. Am Ende hatten wir einen kleinen Hut voll Süßkartoffeln zusammen – eine tolle Ausbeute für eine einzige Pflanze.

Lange lagern wie Kartoffeln können wir den kleinen Schatz aber nicht. Nach ein bis zwei Tagen muss er verarbeitet und verzehrt sein, sonst ist er schnell hinüber. Vor allem mit dem Verzehr haben wir nicht die geringsten Probleme.

Wenn der Rasen klare Kante zeigt

Ui, die sind aber ganz schön lang geworden, der Herr. Da ist ein Schnitt aber so was von nötig! Na, dann nehmen Sie mal Platz. Was? Genau wie beim letzten Mal? Würden wir nicht empfehlen. Lassen Sie uns auch die Gänseblümchen entfernen – die trägt man heute nicht mehr. Was sagten Sie? In der Mitte noch ein bisschen was stehen lassen? Ja, das lässt sich machen …

So, jetzt mal still halten – und los geht’s … Alle Achtung, was da so runterkommt! Und, du meine Güte, das ist ja noch mehr als gedacht. In Kübeln müssen wir die grüne Pracht vom Platz tragen. Wird dann wohl etwas länger dauern als die letzten Male. Und deshalb: Schnell, schnell, denn es soll ja heute noch schwer regnen. Schau’n Sie mal, wenn Sie gemäht und nichtgemäht vergleichen – richtig klare Kante. Sieht man so konsequent auch nicht alle Tage …

Puh, geschafft der Herr, jetzt sehen wir wieder aus wie neu. Das nächste Mal kommen Sie aber ein bisschen früher, ja?

Apropos: Wo bleiben eigentlich die Gewitterwolken? Wir hatten mit schweren Regengüssen gerechnet, stattdessen wird es immer wärmer. Das Beet ruft, die Sonne lacht – dann können wir auch noch die Setzlinge zu Boden schicken. Und so wandern Fenchel, Paprika, Lauch, Kohlrabi, Auberginen, Sellerie und einiges mehr in die Erde, auch der gefürchtete Hokkaido-Kürbis darf nicht fehlen. Werden wir uns wieder ein Monster heranzüchten? Mal sehen. Oma Mohr, die Tapfere, hat unermüdlich mitgeschafft, jetzt hat sie noch etwas anderes vor. Auch wir machen Feierabend. Aber weil es einfach nicht regnen will, lassen wir den Gartentag mit Liege und Zeitung ausklingen. Ja, so lässt es sich aushalten.