Knut und der Riesenrosenkohl

Exif_JPEG_PICTUREHuch, wo kam der denn auf einmal her? Das fragt sich auch Knut, unser feuerroter Gartenzwerg. Staunend steht er neben dem riesigen dunkelgrünen Gewächs, das uns lange Zeit gar nicht aufgefallen war. Doch je mehr es mit dem anderen Gemüse, den Tomaten und den Paprika, dem Mangold und den Karotten, dem Sellerie und der Roten Bete, zu Ende gegangen war, desto aufmerksamkeitsheischender hatte das elegante Monstrum seine Blätterpracht entfaltet und sich ins Blickfeld geschoben. Jetzt, da das Beet umgegraben und winterfest ist, erstrahlt das stolze Gewächs mehr oder weniger allein in seiner ganzen Pracht.

Mensch ja, das war doch der Rosenkohl, den wir gegen Ende der besten Gartenzeit noch bei „Samen-Andreas“ in der Frankfurter Innenstadt erstanden hatten. „Was hamse dennn noch, was kömmer denn noch in die Erde hauen?“, hatten wir seinerzeit im Laden gefragt. Und die Antwort war knochentrocken ausgefallen. „Net mer viel!“

Okäääääy…. “

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„Aber mer hätt’n da noch en Rosekohl, des iss ’n Wintegemüs.“ Und so hatten wir das Pflänzchen neugierig erworben und munter in die Erde gesetzt – um es erst mal einfach zu vergessen. Aber immer wenn wir doch mal dran gedacht hatten, dann war uns gleich die Frage in den Sinn gekommen: Wie wächst eigentlich so ein Rosenkohl? Und noch einmal konkreter: Wo bilden sich eigentlich die schmackhaften Röschen?

20141209_093027 KopieJetzt wissen wir es: Die Röschen bilden sich nicht an den Blättern und gehen auch nicht aus Blüten an den Zweigen hervor, sondern wachsen direkt am Stamm, vom Boden bis in die Spitze. Geerntet wird nach dem ersten oder zweiten Frost, und somit haben wir heute den perfekten Tag erwischt. Mit weiß umrandeten Blättern prangt unser Rosenkohl in der wunderbaren spätherbstlichen Morgensonne, weshalb Knut darauf besteht, sich noch einmal zusammen mit diesem Prachtexemplar von Kohl fotografieren zu lassen. Dann ist ernten angesagt: Vorsichtig brechen wir die Röschen vom Stamm ab, was – Krrchch! – ein unbeschreibbar sattes, frisches Knackgeräusch verursacht.Exif_JPEG_PICTURE

„Rausmachen? Entsorgen?“ – „Nein“, sagt Oma Mohr, mit der wir uns heute Morgen verabredet haben, um gemeinsam die Saison zu beenden. „Der sieht doch richtig toll da aus, den lassen wir einfach stehen!“ Gesagt, getan. Wir räumen die Gartenstühle in die Hütte, kehren das letzte Laub zusammen, teilen die letzten Kräuter, die letzten glagerten Zwiebeln auf und versperren die Hütte, von innen und von außen. Knut schlurft zurück in sein Eckchen, von dem aus er den Garten bewacht.

 

Unsere Rosenkohl-InitiExif_JPEG_PICTUREation war noch einmal ein echtes Highlight – der würdige Abschluss einer insgesamt nicht schlechten, aber wegen häufigen Dauerregens und miesen Wetters auch etwas durchwachsenen Gartensaison. Jetzt sind wir gespannt, was 2015 uns bringen wird. Vom Garten-Teilen, neudeutsch: „Garden-Sharing“, haben wir alle wieder eine Menge gehabt – an Entspannung, an Bewegung, an Gemeinschaft, an Lernerfahrungen. Und es gibt noch sooooo viel zu lernen…

20141209_092816 KopieAber erst einmal kommt der Jahresendspurt mit Weihnachten und Silvester. Dann werden sicher auch ein paar ruhige Tage drin sein nach diesem abermals sehr aufregenden Jahr.

Wir freuen uns schon drauf!

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Ein Gedanke zu „Knut und der Riesenrosenkohl

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