Autsch, das waren die Bohnen…

Nur drei Tage später machen wir uns – Sanne ist längst wieder fit – gemeinsam auf den Weg nach Nieder-Erlenbach. Heute ist Sonntag, und von 11 bis 12 Uhr ist Sprechstunde vor Ort. Da sich auch heute die Zahl der Hobbygärtnerinnen und -gärtner in Grenzen hält, ist Sven Kötter schnell für einen Check unseres Gemüsebeetes zu bekommen: „Das da ist Unkraut… Hier kommen demnächst die Bohnen raus… Dort aufpassen, nicht weghacken, dass sind die beiden Kürbisse und das dort die beiden Zucchini… Und am Schluss die Kartoffeln. In ein paar Tage sollten Sie die Erdhügel noch etwas auftürmen…“ Fachmännisch zieht der Landwirt an etwas Grünzeug und reicht uns plötzlich ein Radieschen. „Die sind auch bald so weit.“ Das Radieschen schmeckt und macht Mut.

Für heute ist das Auflockern des Bodens angesagt – und wir wollen auf unserer kleinen Freifläche nicht nur ein paar vorgezogene Kräuter einsetzen, sondern auch ein paar Sommerblumen pflanzen. Sven Kötter zeigt uns, wie es geht. Die Erde unter den mitgebrachten Kräutern ist zu trocken – wir sollen das Ganze erst mal noch ordentlich wässern und mit Becher einsetzen. Für die Blumensamen sollen wir den Boden etwas lockern, die Samen ausstreuen und nur etwas Erde darüber verteilen. Die Samen sollen nicht zu tief sitzen. Dann etwas gießen, aber nicht zu viel, und fertig!

Minuten später der Schock: An einer Stelle, die ich lediglich mit der Hacke auflockern und von Unkraut befreien wollte, liegen plötzlich grüne Bohnenkapseln. Au Backe! Sven Kötter, den ich schlechtgewissig herbeigerufen habe, grinst. „Ja, das sind die Buschbohnen.“ Und jetzt? Kötter schiebt sie wieder unter die Erde und schüttet sie ganz leicht zu. „Schaumermal. Vielleicht werden sie doch noch was. Aber versprechen kann ich das nicht.“ Seine Worte begleitet ein verschmitztes Grinsen…

Das Erlebnis wirkt nach. Auch an anderen Stellen packt uns die Unsicherheit. Wie war das hier noch mal? Ist das da Unkraut oder auch wieder ein Gemüse, das man ungewollt eliminiert? Nach 2 Stunden Gartenarbeit haben wir gemischte Gefühle. Einerseits genießen wir die frische Luft, die Sonne und das Wissen, etwas Sinnvolles zu tun. Pflanzen eingesetzt und Blumen gesät zu haben, macht uns zufrieden und glücklich. Andererseits kommen uns einige Stellen unseres Gemüsebeetes vor wie ein fremdes Universum. Wir haben keinen Schimmer, was dort vor sich geht und wie es sich weiterentwickeln wird. „Da sind Sie wirklich nicht die Einzigen“, hat uns der Landwirt immerhin getröstet. Na dann: Schluss für heute. Etwas nachdenklich packen wir ein und machen uns auf den Heimweg. Dieser wächst sich zu einer feinen kleinen Radtour aus, komplett mit Zwischenstopp in einem netten Hofcafé. Und bei Torte und Cappuccino sind wir uns wieder sicher: Wir werden schon noch durchblicken!

Sanne pflanzt

Sanne pflanzt

 

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